Abriss-Ratgeber
Abriss: Der vollständige Ablauf, Kosten und die nötige Genehmigung
Der Ablauf eines Abriss in sechs Schritten, dazu die wichtigsten Vertiefungen zu Genehmigung, Kosten und Anbieterwahl.
Der Ablauf eines Abriss folgt bei den meisten Gebäuden derselben Grundstruktur, ob Einfamilienhaus oder Gewerbeimmobilie. Diese Seite ordnet die sechs Kernschritte kurz ein und verlinkt zu jedem Thema die passende Vertiefung, statt alles auf einer einzelnen, langen Seite auszubreiten.
Der Ablauf eines Abriss in sechs Schritten
Anfrage & Erstauskunft
Grundfläche, Baujahr und Keller grob beschreiben, erste Einschätzung erhalten.
Begehung vor Ort
Zustand, Zufahrt und mögliche Schadstoffe werden vor Ort geprüft.
Kostenvoranschlag
Schriftlich und nach Positionen aufgeschlüsselt, nicht als reine Pauschale.
Genehmigung / Anzeige
Je nach Bundesland und Gebäude bei der zuständigen Bauaufsicht.
Rückbau
Der eigentliche Abriss mit Bagger und Abbruchgreifer, meist ein bis drei Wochen.
Entsorgung & Übergabe
Material getrennt entsorgen, Fläche verfüllen und einebnen, Abnahme.
Genehmigung für Abriss oder nur eine Anzeige?
Ob eine Genehmigung für Abriss nötig ist oder eine einfache Abbruchanzeige reicht, regelt jedes Bundesland in seiner eigenen Landesbauordnung. Kleinere, freistehende Nebengebäude kommen häufiger mit einer bloßen Anzeige aus, größere Gebäude brauchen meist die vollständige Genehmigung. Genehmigung für Abriss frühzeitig zu klären erspart spätere Verzögerungen. Details stehen im Ratgeber zur Abbruchgenehmigung.
Schadstoffe vor dem Abriss prüfen
Bei Gebäuden von vor den 1990er-Jahren gehört eine Schadstoffprüfung fast immer zur Vorbereitung. Wird Asbest gefunden, muss er vor dem eigentlichen Rückbau fachgerecht entfernt werden, das regelt der Ratgeber zur Asbestsanierung im Detail. Diese Prüfung steht bewusst vor dem Rückbau, nicht danach — nachträglich freigesetzte Fasern lassen sich nicht mehr rückgängig machen, weshalb Bauämter bei älteren Gebäuden häufig einen entsprechenden Nachweis verlangen.
Teilabriss oder Entkernung als Alternative
Nicht jedes Vorhaben braucht den vollständigen Abriss. Ist die tragende Struktur noch intakt, ist eine Entkernung oder ein Teilabriss oft die günstigere und schnellere Option als ein Neubau. Der Unterschied liegt vor allem im Aufwand: weniger schweres Gerät, weniger Material und meist auch ein kleineres Team, was sich direkt in den Gesamtkosten des Vorhabens niederschlägt.
Sicherheit auf der Baustelle
Ein Abriss zählt zu den Bauvorhaben mit erhöhtem Unfallrisiko. Wie eine Baustelle seriös abgesperrt wird, erklärt die Seite zur Baustellensicherheit. Dazu zählen ein abgesperrter Bereich rund um das Gebäude, deutliche Warnhinweise für Anwohner und Passanten sowie eine laufende Kontrolle der Standsicherheit während der Arbeiten. Ein Betrieb, der diese Punkte von sich aus offen anspricht, arbeitet in aller Regel auch sonst sorgfältiger.
Welches Gerät beim Rückbau zum Einsatz kommt
Der klassische Abbruchgreifer eignet sich für Mauerwerk und leichtere Konstruktionen und ist bei einem gewöhnlichen Hausabriss das Standardwerkzeug. Bei Stahlbeton kommt häufig zusätzlich ein Betonpulverisierer zum Einsatz, der das Material zerkleinert und dabei gleich die Bewehrung aus Stahl vom Beton trennt, was die spätere Trennung für die Entsorgung erleichtert. Für Stahlkonstruktionen wird stattdessen oft eine hydraulische Schere verwendet. Bei mehrstöckigen Gebäuden übernimmt ein Hochlöffelbagger mit entsprechend längerem Ausleger den oberen Teil des Gebäudes, bevor mit herkömmlichem Gerät weitergearbeitet wird.
Eine kontrollierte Sprengung, wie sie gelegentlich bei sehr großen Hochhäusern oder Schornsteinen zu sehen ist, gehört dagegen nicht zum üblichen Werkzeugkasten eines Abbruchunternehmens für Wohngebäude. Sie erfordert eine eigene Spezialgenehmigung und wird nur eingesetzt, wenn ein mechanischer Rückbau unverhältnismäßig lange dauern würde oder aus Platzgründen nicht praktikabel ist.
Was ein Abriss kostet
Abriss Kosten sind kein Fixpreis: Bauweise, Schadstofflage, Zufahrt und ein möglicher Keller beeinflussen die Summe stark. Wer die eigenen Abriss Kosten grob überschlagen möchte, findet Richtwerte auf der Kostenseite, Versicherung und Steuer auf einer eigenen Themenseite. Ein grober Richtwert allein ersetzt aber nie eine Begehung vor Ort, da sich Zufahrtsprobleme oder ein unerwarteter Keller erst dort zuverlässig einschätzen lassen.
Nach dem Abriss
Mit dem Rückbau ist ein Vorhaben selten abgeschlossen: Entsorgung, Verfüllen der Fläche und ein mögliches Bodengutachten erklärt die Seite Nach dem Abriss. Erst wenn diese Schritte abgeschlossen sind und eine förmliche Abnahme durch das zuständige Bauamt vorliegt, gilt das Grundstück als vollständig übergeben. Bis dahin lohnt sich ein kurzer Blick auf den Kostenvoranschlag, ob diese Posten dort auch wirklich enthalten sind.
Abbruchunternehmen finden und prüfen
Ein passendes Abbruchunternehmen für die eigene Stadt findet sich im Städte-Verzeichnis. Worauf zu achten ist, steht auf der Seite Abbruchunternehmen prüfen. Ein schriftlicher, aufgeschlüsselter Kostenvoranschlag und ein Nachweis zur Betriebshaftpflichtversicherung gehören dabei zu den wichtigsten Anhaltspunkten für einen seriösen Betrieb. Zwei bis drei vergleichbare Angebote helfen dabei zusätzlich, einen realistischen Preisrahmen für das eigene Vorhaben einzuschätzen.